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Der Vampyr – Oper nach Heinrich Marschner, ergänzende Kompositionen von Johannes Hofmann, Komische Oper Berlin 2016, Musikalische Leitung: Antony Hermus, Regie: Antú Romero Nunes.

Hofmanns umsichtigen Toncluster und überraschenden Brechungen des musikalischen Flusses steigern allerdings den suspense-Charakter der Inszenierung und schicken den Hörer für kurze Momente in unerwartete Hörerfahrungen.“ (Opernnetz)

Auch nicht an Johannes Hofmanns neu hinzukomponierten Verbindungsmusiken – einer erfrischenden Reibefläche zur schauerromantischen Jungfernopferung.“ (Opernwelt)

Hofmanns kurze Übergangsmusiken wachsen bisweilen nahtlos aus der originalen Marschner-Partitur heraus und treten an die Stelle der gestrichenen Dialoge. Von einzelnen plakativen Schockeffekten abgesehen, deuten sie den Abgrund, über dem sich Marschners Musik bewegt, in atmosphärischen Liegeklängen mit leise flirrenden Streicherläufen meist eher an-, statt ihn eigenmächtig auszupinseln. Insgesamt fügt sich das Spiel mit disparaten Stilebenen gut ins Gesamtbild dieser Oper.“ (Deutschlandfunk)

Die kurzen Zwischenmusiken Johannes Hofmanns wachsen (….) mit atmosphärischen Liegeklängen und leise flirrenden Streicherläufen nahtlos aus der originalen Marschner-Partitur heraus. Sie vermitteln immerhin eine Ahnung jener Doppelbödigkeit, um die Nunes das Stück mit seinem parodistischen Regie-Stil gebracht hat.“ (nzz)

„Tell – ein Festspiel der Freiheit“ – Musiktheater, Regie: Philipp Becker, Telespiele Altdorf 2016.

Gleich zu Anfang treten die Mitwirkenden in einer imposanten Chorszene in Aktion und es wird erkennbar, was für eine tragende Rolle nicht nur der Chor, sondern die Schauspielmusik überhaupt spielt, die ihr Komponist Johannes Hofmann von den Bläsern der Musikgesellschaft Schattdorf im Orchestergraben aufführen lässt. Die wuchtigen Akkorde, mal an Kurt Weills Songstil, mal an Hollywood-Filme erinnernd, vermitteln der Aufführung ein teils hymnisch-pathetisches, teils rhythmisch-marschmässiges Ambiente, das in Rolf Derrers imaginativer, Berge und Wolken als düsteren Hintergrund evozierender Lichtregie und in den von Graham Smith choreographierten Massenszenen (…) sein optisches Pendant findet.

Die Dreigroschenoper – Regie: Antú Romero Nunes, Thalia Theater Hamburg 2015.

Und immer setzte die Musik in Erstaunen: Was das achtköpfige Ensemble (überragende Leitung: Schlagzeugerin Carolina Bigge), ungünstig ganz hinten auf der Bühne platziert, an präzisen Akzenten, perfekt ausbalanciertem Klang und virtuosen Einzelleistungen (tolle Trompete: Anita Wälti) aufbot, war für die Schausspieler mehr als nur Begleitung. Aber auch Stützkorsett für die Inszenierung.

 

Carolina Bigge / Johannes Hofmann © 2017 I Alle Rechte vorbehalten